Ökologisches Wohnen
Grundsätzlich gilt es natürlich zu unterscheiden, ob neu gebaut wird, ein Altbau saniert oder eine Wohnung von ihrem Wohnklima her verbessert werden soll. Alles natürlich eine Frage des Geldes und des Wohlwollens von etwaigen Vermietern. Denn ökologisches Wohnen heißt leider nicht auch ökonomisches Bauen. In der Regel muss bei einem Neubau in ökologischer Bauweise ungefähr 15 Prozent tiefer in die Tasche gegriffen werden. Eine Investition, die sich allerdings lohnt und bei der man nicht zögern sollte. Dazu gibt es eine Reihe staatlicher Förderprogramme, über die man sich am besten im Voraus informiert.
Ökologisches Wohnen bedeutet genau betrachtet, dass man den Naturhaushalt des jeweiligen Lebewesens in Bezug zu seiner natürlichen Umwelt beachtet. Für den Menschen in seiner Wohnumgebung heißt das: Je natürlicher oder naturbelassener ein Werkstoff ist, der zum Bauen verwendet wird, um so besser.
Ein konkretes Beispiel:
Holz als Werkstoff für den Innenausbau, ist ein sehr natürlicher und lebendiger Werkstoff, der gerade für ein gesundes Wohnklima steht. Holz hat allerdings stabilitätsmäßig Grenzen, ist feuchteanfällig und, wenn qualitativ hochwertig, ein teurer Baustoff. In der Regel braucht allerdings Holz im Innenbereich überhaupt nicht behandelt zu werden, es sei denn man wünscht eine andere Farbe.
Greifen Sie hier unbedingt zu ökologisch einwandfreien Produkten, etwa einer lösemittelfreien Biolasur oder einem Produkt auf Basis von Bienenwachs. Muss Holz saniert werden, so gibt ein Feuchtemesser erste Auskunft darüber, ob beispielsweise der Dachstuhl erst trocken gelegt werden muss, oder gar eine Komplettsanierung ansteht. Konstruktionsholz mit einer Feuchte von mehr als 15 % ist unbrauchbar und neigt zu Schimmelbildung.
Apropos Schimmel:
Schimmel braucht als Nährboden eine relativ hohe Luftfeuchte, die Umgebungstemperatur spielt dabei eine untergeordnete Rolle (siehe Schimmelbildung in Raumecken) und Schimmel ist mit seinen Sporen des Wohnklimas schlimmster Feind.
Konsequentes und richtiges Lüften des Raumes oder des gesamten Wohnbereichs sind unabdingbar. Vermeiden Sie deshalb ständig gekippte Fenster, Stoßlüften von jeweils fünf bis zehn Minuten mindestens drei Mal über den Tag verteilt ist definitiv die bessere Lösung!
Wer neu baut oder saniert, der sollte sich über eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung informieren. Hier lässt sich das Wohnklima automatisch massiv verbessern und sparen lässt sich dadurch auch, schon allein durch die staatliche Förderung.
Weitere Beispiele, wie Sie ihr Raumklima verbessern können und dem ökologischen Wohnen ein gutes Stück näher kommen:
- Lassen Sie von einem Sachverständigen die Raumluft überprüfen
- Entfernen Sie eventuell vorhandenes Holz, was mit Holzschutzmitteln alter Machart behandelt wurde
- Benutzen Sie für den Innenraum (Wände, Decken) nur einwandfreie, zertifizierte Dispersionsfarben
- Denken Sie, ggf. mit dem Vermieter, über eine Erneuerung der Fenster nach. Alte und undichte Fenster sind die Wärmebrücken schlechthin
- Benutzen Sie keine billigen Teppichböden mit Kunststoffrücken oder gar PVC-Böden, sondern besser solche, mit hohem Wollanteil und Juterücken